
|
Jan Kowalski ist Pfarrer der katholischen St.-Nikolaus-Gemeinde in Burgdorf |
|
|
Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit“, so schreibt der Prediger Kohelet im Alten Testament. Im Alltag ist unsere Zeit von der Uhr abhängig. Wir müssen zu einer festgesetzten Zeit am Arbeitsplatz sein. Termine geben wir mit Uhrzeit an. Ein Blick auf die Uhr sagt uns, ob wir noch Zeit haben oder nicht. Wir ärgern uns über Menschen, die unsere Zeit übermäßig beanspruchen, uns Zeit stehlen. |
|
|
Zeit ist kostbar und knapp. Zeit ist Geld. Wir meinen, die Zeit zu besitzen und über sie zu verfügen. Dieses Besitzdenken ist ein Irrtum. Wer unfreiwillig viel Zeit hat, zum Beispiel Menschen im Altersheim und Krankenhaus oder Arbeitslose, die gern wieder gebraucht werden möchten, empfindet die Zeit nicht als Reichtum, sondern als Ballast. |
|
|
Alles hat seine Zeit. Essen und Trinken, Arbeiten und Feiern, Lachen und Weinen. Dennoch ist heute alles verplant. Termine bestimmen den Tagesablauf. Für Ruhe und Besinnung bleibt im Kalender kaum Platz. Auch solches ist dem Prediger nicht fremd, und treffend wertet er sinngemäß: Nichts gibt es unter der Sonne, was wichtig wäre, was Sinn hätte, wenn es nicht ausgerichtet ist auf Gott. Denn alles kommt von Gott: die Zeit und das Wirken. Dann hat jedes Geschehen seinen Sinn. Die Zeit des Arbeitens, die Zeit des Feierns, die Zeit der Ruhe. In gewissen Abständen brauchen wir auch eine Paus |
|
|
Die Fastenzeit ist für uns eine Atempause besonderer Art. Denn sie ermuntert uns, unser Leben und die uns gegebene Zeit als Gottes Geschenk zu sehen. Sie ermuntert uns, uns Zeit zu nehmen, um über unser Leben und Gott nachzudenken. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine hoffnungsvolle Fastenzeit. |
|
|
Zum Nachlesen Kohelet, Kapitel 3, Vers 1. |
|
|
|
|
|
|
|