Osterbotschaft verheißt uns den Fühling


Dr. Ralph Charbonnier ist Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Burgdorf

Im Herbst hatten wir Blumenzwiebel gepflanzt – im Wissen darum, dass sie im Frühjahr aus der Erde sprießen werden, die Welt wieder bunt erscheinen lassen. Dann kam der Winter. Ab Dezember Dauerfrost. Schnee deckte alles zu – bis Anfang März. Aber: Die ersten Strahlen der Frühjahrssonne wecken die Natur. Tatsächlich bahnt sich das erste Grün einen Weg durch die Erde und die Reste des Schnees. Eine kleine Auferstehung des Lebens.

In der Natur können wir – Gott sei Dank – sicher sein, dass Leben in Kälte und Dunkelheit überwintert und sich durch Wärme und Licht der Frühjahrssonne wecken lässt. In unserem seelischen Leben sind wir weniger sicher: Geht die Saat auf, die wir in dunklen Zeiten gesät haben? Oder werden vage Hoffnungen auf glückliches Leben, auf Gesundung, auf Versöhnung im Keim erstickt? Sind die Hoffnungen stark genug, sich gegen Lebensfeindliches durchzusetzen?

Am Ostertag feiern wir Gott: So wie er Jesus von Nazareth aus der Dunkelheit des Todes auferweckt hat, so will er auch unser Leben neu zur Blüte bringen. Was verschüttet ist in uns, was andere niedergedrückt haben, was verkümmert ist aber den Keim des Lebens in sich trägt, soll leben! Mit der Osterbotschaft kann es Frühling werden in uns.
Der Schriftsteller Lothar Zenetti verdichtet seine Ostererfahrung in folgenden Worten:
Ich fragte: Wer wird mir den Stein wegwälzen von dem Grab meiner Hoffnung, den Stein von meinem Herzen, diesen schweren Stein? Mir ist ein Stein vom Herzen genommen: Meine Hoffnung, die ich begrub, ist auferstanden wie er gesagt hat – er lebt, er lebt, er geht mir voraus!

Zum Nachlesen:
Lukas-Evangelium, 24. Kapitel