Konfirmation - Fest der Wandlung

Hintergründe und Wissenswertes


Konfirmation 2007 in der St.-Pankratiuskirche Burgdorf. Einsegnende sind Diakonin Caroline Singer und der damalige Superintendent Dr. Detlef Klahr.
Foto: Heinze

Hannover (epd). In den Wochen um Ostern lassen sich in Deutschland wieder rund 262.000 evangelische Mädchen und Jungen konfirmieren. Mit Hochzeit und Taufe gehört das in der Regel zwischen Palmsonntag und Pfingsten liegende Fest zu den gefragtesten kirchlichen Angeboten. Nach Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gehen fast alle getauften Jugendlichen eines Jahrgangs im Alter von etwa 14 Jahren zur Konfirmation.

Früher war die Konfirmation ein biografischer Einschnitt. Viele Kinder verließen die Schule und traten eine Lehre an. Der Ritus wurde so auch zum Zeichen des Wechsels zwischen Kindheit und Erwachsenwerden und leitete die Ablösung von den Eltern ein. Obwohl heutige Konfirmanden noch lange Jugendliche bleiben, bleibt die Konfirmation ein Fest des Wandels - allerdings mehr im Blick auf körperliche und seelische Umwälzungen in dieser Lebensstufe.

Mit der Konfirmation - aus dem Lateinischen für "Befestigung" oder "Stärkung" - bestätigen die Jugendlichen ihre Taufe. Sie legen damit ein öffentliches Bekenntnis zum Christentum ab und werden in die Gemeinde aufgenommen. Sie dürfen damit auch offiziell am Abendmahl in allen evangelischen Kirchen teilnehmen. Einige Kirchen lassen Kinder auch vor der Konfirmation zum Abendmahl zu.

Konfirmierte dürfen auch das Amt eines Taufpaten ausüben. Zuvor haben sie je nach Gemeinde meist ein Jahr lang den Konfirmandenunterricht besucht. Die Konfirmation ist kein Sakrament wie die Firmung in der katholischen Kirche.

Als Begründer der Konfirmation gilt der aus dem Elsass stammende reformatorische Theologe Martin Bucer (1491-1551), der sie zunächst in Hessen verwirklichen konnte. Durchgesetzt hat sich die Konfirmation erst im Pietismus des 18. Jahrhunderts. Diese bis heute aktive christliche Bewegung betont vor allem die Bedeutung der persönlichen Frömmigkeit. In einigen Gegenden ging aus der Konfirmation die allgemeinbildende Volksschule hervor. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Feier in ganz Deutschland üblich.

An Wendepunkten des Lebens wie Taufe, Konfirmation und Hochzeit spielt die Kirche nach wie vor eine wichtige Rolle. Die Kirchen erfüllen Umfragen zufolge damit weiterhin eine Rahmenfunktion für die Gesellschaft und für die Biografien der Kirchenmitglieder.

Als Alternative zur Konfirmation ist die Jugendweihe in Ostdeutschland weiterhin beliebt. Nach Angaben des Vereins "Jugendweihe Deutschland" haben 2006 rund 34.000 Jugendliche an einer solchen Feier teilgenommen. Auch bei Nichtchristen gebe es ein Bedürfnis nach einer würdigen Lebensabschnittsfeier, heißt es zur Begründung. Die evangelische Kirche rät getauften Jugendlichen dagegen davon ab, neben der Konfirmation an einer Jugendweihe teilzunehmen. (epd Niedersachsen-Bremen/b0675/13.03.08)


Konfirmation 1929
Foto: privat

Stichwort: Konfirmation, Kommunion und Jugendweihe

Hannover (epd). Die evangelische Konfirmation ist seit dem 19. Jahrhundert in ganz Deutschland üblich. Der lateinische Begriff Konfirmation bedeutet "Befestigung" oder "Stärkung". Die Konfirmation bekräftigt das Sakrament der Taufe, die Angenommensein von Gott symbolisiert. In der Osterzeit lassen sich fast alle getauften evangelischen Jugendlichen im Alter von 13 oder 14 Jahren konfirmieren, im Jahr 2006 waren es bundesweit rund 262.000.

Im Konfirmationsgottesdienst wird ihnen ein Spruch aus der Bibel auf den Lebensweg mitgegeben, und sie werden zu mündigen Mitgliedern der Gemeinde. Sie dürfen am Abendmahl teilnehmen, Taufpate werden und den Gemeindevorstand wählen.

In der katholischen Kirche wird die Taufe durch das Sakrament der Firmung bekräftigt. Mit der Erstkommunion nehmen junge Katholiken jedoch schon als Zweit- oder Drittklässler zum ersten Mal am Abendmahl und an der Beichte teil. Sie können dann auch schon Taufpate werden. 2006 gingen rund 266.000 Kinder zur Erstkommunion.

Die Firmung, die zwischen dem zwölften oder 13. und dem 17. Lebensjahr üblich ist, vollendet die Taufe. Der Pfarrer legt den Firmlingen die Hand auf und salbt sie mit Öl. Gegenüber der Erstkommunion hat die Firmung als neuer Lebensabschnitt eine geringere Bedeutung, was auch die kleinere Zahl von 2006 rund 216.000 Firmlingen zeigt.

In Ostdeutschland ist die vor 150 Jahren entstandene religionskritische Jugendweihe weiterhin populär. Das verbreitete Familienfest wurde in der DDR forciert. Wichtigster Anbieter ist der "Verein Jugendweihe Deutschland". Rund 34.000 Jugendliche nahmen den Angaben zufolge 2006 an den Jugendweihefeiern teil, der bisherige Höchststand lag 2000 bei rund 96.000. Etwa zehn Prozent der Jugendweihen werden vom Humanistischen Verband Deutschlands ausgerichtet. Die Kirchen lassen in der Regel niemanden zur Konfirmation, Erstkommunion und Firmung zu, der parallel an einer Jugendweihe teilnimmt. (epd Niedersachsen-Bremen/b0677/13.03.08)


Fragen und Antworten zur Konfirmation

Hannover (epd). Für viele junge evangelische Christen ist die Konfirmation das größte Fest in ihrer Jugendzeit. Die evangelischen Kirchen laden zu dieser Feier der Taufbestätigung alle Jugendlichen im Alter von etwa 14 Jahren und ihre Familien ein. Im Blick auf die Konfirmation kommen häufig Fragen auf:

Was ist das Ziel des Konfirmandenunterrichtes vor der Konfirmation?

Im Konfirmandenunterricht stehen Fragen über den Sinn des Lebens, über das Erwachsenwerden und den christlichen Glauben im Mittelpunkt. Die Jugendlichen debattieren miteinander und sollen entdecken, was für ihr Leben wichtig ist.

Müssen die Eltern der Konfirmanden Mitglieder einer christlichen Kirche sein?

Nein. Die Eltern müssen keiner christlichen Kirche angehören.

Müssen die Jugendlichen vor der Konfirmation getauft sein?

Ja. Die Taufe ist eine wichtige Voraussetzung für die Konfirmation. Mit ihrem "Ja" bei der Konfirmation bestätigen die jungen Menschen die Taufe. Die Taufe kann auch während der Unterrichtszeit oder im Konfirmationsgottesdienst nachgeholt werden.

Welche Rechte erhalten die Jugendlichen bei der Konfirmation?

Nach der Konfirmation dürfen evangelische Christen offiziell am Abendmahl in allen evangelischen Kirche teilnehmen und ein Patenamt übernehmen - einige Kirchen lassen Kinder auch bereits vor der Konfirmation zum Abendmahl zu. In den meisten Kirchen ist die Konfirmation auch Voraussetzung für das kirchliche Wahlrecht und die Übernahme kirchlicher Ehrenämter.

Können auch Erwachsene konfirmiert werden?

Ja. Getaufte Mitglieder der Kirche können nach einer entsprechenden Vorbereitungszeit konfirmiert werden. Diese wird mit der zuständigen Kirchengemeinde des eigenen Pfarrbezirkes vereinbart. Bei der Taufe eines Erwachsenen ist die Konfirmation allerdings nicht mehr notwendig, weil der Akt der Taufe und das mit der Konfirmation verbundene Glaubensbekenntnis zusammenfallen.

Müssen Konfirmanden regelmäßig in die Kirche gehen?

Es wird erwartet, dass die Jugendlichen den Gottesdienst am Sonntagvormittag regelmäßig besuchen. Je nach Angebot können das Jugend- oder Kindergottesdienste und andere kirchliche Veranstaltungen sein. Auch die Eltern der Konfirmanden laden die Kirchen dazu ein.

Endet das Patenamt mit der Konfirmation?

Die Aufgaben der Paten enden offiziell mit der Konfirmation, weil die Jugendlichen damit religionsmündig werden. Die guten Kontakte zwischen Paten und Patenkindern können für die heranwachsenden Mädchen und Jungen aber weiter wichtig sein.

Was soll mein Kind zur Konfirmation anziehen?

Die Kleidung sollte den festlichen Charakter des Tages unterstreichen. Es gibt allerdings örtlich und traditionell gebundene Unterschiede. Die Kleiderfrage sollten Eltern und Kinder gemeinsam klären oder beim Elternabend mit der Diakonin / dem Diakon / der Pastorin oder dem Pastor besprechen.

Was schenkt man den Jugendlichen zur Konfirmation?

Eine alte Tradition ist es, Konfirmanden eine Bibel oder ein Gesangbuch zu überreichen. Vielfach wird aber heute Bargeld verschenkt. (epd Niedersachsen-Bremen/b0676/13.03.08)