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Als die Lehrterin Annette Tatjen nach beendetem Studium 1983 keinen Arbeitsplatz fand, entschloss sie sich, trotzdem freiberuflich ihren Wunschberuf auszuüben – als Lehrerin. Zuerst erteilte sie nur einer Handvoll türkischer Frauen unentgeltlich Deutschunterricht. |
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Heute dagegen kommen ihre Schüler aus aller Welt, aus Mexiko, Brasilien, Russland, China, Afrika und aus Europa. Manche von ihnen sind Migranten, andere wollen nur vorübergehend hier leben und arbeiten. |
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Tatjen, die mit einem Arzt verheiratet ist und eine bereits studierende Tochter hat, ist zudem für die evangelische Matthäusgemeinde unentbehrlich geworden; sie ist dort praktisch Mädchen für alles. Jede Woche betreut sie eine Kindergruppe, leitet Gesprächsabende und gibt Kurse in Patchwork. |
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Doch neben ihren vielfältigen Aufgaben gilt ihr ehrenamtliches Augenmerk vordringlich Kindern aus Tschernobyl, insbesondere jenen, die aus der nach dem atomaren Unfall vom 26. April 1986 besonders radioaktiv belasteten Region Gomel-Belarus kommen. |
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Seit 15 Jahren stehen diesen Jungen und Mädchen ihr Herz und ihre Haustür in Lehrte weit offen. Sie vermittelt jedes Jahr vierwöchige Ferien in Lehrter Gastfamilien, fördert Brieffreundschaften und schickt auf eigene Rechnung Pakete mit lebensnotwendigen Sachen nach Weißrussland. |
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Auf ihrem Schreibtisch stapeln sich Dankesbriefe, die für einen vielseitigen Schicksalsroman ausreichen würden. Allein könne sie nicht allen helfen, betont Tatjen – und wünscht sich weitere Helfer, die sie in ihrem Engagement unterstützen möchten. |
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Unermüdlicher Einsatz: Annette Tatjen freut sich über zahlreiche Dankesbriefe von Menschen in Weißrussland, denen sie Pakete mit lebensnotwendigen Dingen geschickt hat. Für die Kinder organisiert sie Ferienaufenthalte in Russland.Luhm (2) |
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aus: Hannoversche Allgemeine Zeitung Anzeiger für Burgdorf und Uetze vom 17. April 2010 Red. Lothar Rolf Luhm Lehrte. |
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