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Pastor Manfred Schmidt-Kirchner ist evangelischer Seelsorger im Klinikum Wahrendorff und im Krankenhaus Lehrte. |
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Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen ...“ So steht es im Glaubensbekenntnis, das fast so alt ist wie die Kirche selbst, und das Sonntag für Sonntag in den Gottesdiensten von der Gemeinde gemeinsam gesprochen wird. |
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Ich kenne etliche Menschen, die nicht mehr bereit sind, diese Worte mitzusprechen, weil das, was in den vergangenen Monaten passiert und ans Tageslicht gekommen ist, unerträglich ist. Wer hätte sich schon vorstellen können, dass sogar Kirchenleute mit hohem moralischen Anspruch sich in solchen Abgründen bewegen, von denen wir mehr als genug haben hören müssen. Dass es ja „die anderen“, die Katholiken, waren, ist dabei nicht von großer Bedeutung. Viele Menschen unterscheiden nicht mehr zwischen den Konfessionen. Sie sehen nur, dass „die Kirche“ versagt hat, dass es auch dort nur menschlich zugeht: von Heiligkeit keine Spur, auch von Christlichkeit spürt man häufig nichts. |
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Mir hat immer sehr geholfen, dass theologisch unterschieden wird zwischen der sichtbaren Kirche (ecclesia visibilis) und der unsichtbaren Kirche (ecclesia invisibilis). Die Worte des Glaubensbekenntnisses beziehen sich auf die zweite Form, die unsichtbare Kirche, von der wir gar nicht wissen, wer ihr angehört. Der sichtbaren Kirche kommt allerdings eine wichtige Aufgabe zu: Nämlich immer wieder auf eben die unsichtbare Kirche hinzuweisen, die Gemeinschaft der Heiligen, zu der auch Menschen gehören können, von denen man das gar nicht dachte. Sie kann Räume öffnen, in denen wir wieder ein Gespür dafür kriegen, dass alles Leben aus einem göttlichen Ursprung kommt und dort verborgen gegründet ist – wie bei einem Baum, dessen Wurzeln unsichtbar im Dunkel der Erde dafür sorgen, dass der Baum wächst und gedeiht und Früchte trägt. |
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Hin und wieder sollten wir darum unsere Aufmerksamkeit mehr auf das verlagern, was nicht sichtbar, aber doch letztlich tragender Grund von allem ist. |
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