Ihr Glaube treibt Reinhild Bielinski an

Burgdorfer Bürgermedaille für herausragende Leistungen


Den drei verdienten Burgdorfern Reinhild Bielinski, Horst Melloh und Norbert Langen hat der Rat der Stadt für ihre herausragenden Leistungen die Bürgermedaille der Stadt verliehen. Nach Melloh und Langen stellen wir heute Bielinski vor.

Dass sie sich für andere Menschen einsetzt, ist für die Südstädterin Reinhild Bielinski selbstverständlich. Gelernt hat sie es von ihrer Mutter. Diese sei immer sehr „um andere Menschen bemüht gewesen“, erinnert sich die 65-Jährige. Da ist es kein Wunder, dass auch die Tochter sich für andere einsetzt. Als Kinder und Haushalt Bielinski nicht mehr auslasteten, begann sie, sich für die Integration von Spätaussiedlern einzusetzen.

Als Schriftführerin im Kreisverband des Bundes der Vertriebenen hat sie ungezählten Menschen Wege aufgezeigt zu Ämtern, Schulen, Kindergärten und mehr. „Ich bin nicht überall mitgegangen“, berichtet die aufgeschlossene Südstädterin. „Aber wenn ihr es nicht schafft, könnt ihr wiederkommen“, sagt sie Hilfesuchenden bis heute. Dass sie auch für die Ostland Wohnungsbaugenossenschaft tätig war, ebnete so manchem Aussiedler den Weg zur eigenen Wohnung.

Bielinskis Engagement in der Freizeit gehört der Paulusgemeinde: Sie arbeitet im Kirchenvorstand und beim monatlichen geselligen Mittagesssen mit, sie engagiert sich in einem Bibelkreis und bei den Helfenden Engeln – um einige Beispiele zu nennen. Neben der elterlichen Prägung ist eine tiefe Verwurzelung im christlichen Glauben der Motor ihres Einsatzes. Diese Grundlage ist Bielinski im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden. „Das kann einem im Leben ganz viel Halt geben“, sagt sie aus Erfahrung. Als Ausgleich geht sie zum Turnen, Schwimmen und fährt Rad: „Der Sport ist mein zweites Leben.“ Wer den Umzug zur 725-Jahr-Feier der Stadt miterlebt hat, ist ihr schon begegnet, und zwar als Turnerin am mobilen Reck der Paulusgemeinde. Ihre symbolischen Aufschwünge haben sich in das Gedächtnis vieler Menschen eingeprägt.

Reinhild Bielinski setzt sich seit vielen Jahren
intensiv für die Integration von Aussiedlern ein.
Foto: Heinze

Steckbrief

Wegbereiterin der Integration Reinhild Bielinski wurde am 21. Mai 1944 geboren und wuchs in Ravensburg auf. Nach dem Abschluss der Handelsschule arbeitete sie im kaufmännischen Bereich, wechselte mit 22 Jahren als Sprechstundenhilfe zu einem Arzt in Friedrichshafen. Heirat und Familiengründung verschlugen sie Anfang der siebziger Jahre in den Raum Hannover.

Seit 1984 hat sie im Kreisverband der Vertriebenen und als Mitarbeiterin der Ostland Wohnungsbaugenossenschaft ungezählten Menschen Wege geebnet. Hinzu kommt ihr Engagement in vielen Ehrenämtern, vor allem für die Paulusgemeinde. hz

aus:
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Anzeiger für Burgdorf und Uetze
vom 15. Mai 2010
Red. Stefan Heinze, Burgdorf