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Seit 1334 haben wir im Festkalender den Sonntag Trinitatis gleich nach Pfingsten. Er erinnert uns daran, dass wir von Gott auf drei verschiedene Arten sprechen können. Als Zeichen für den dreieinigen Gott finden wir oft in Kirchen das Dreieck, so auch bei uns in der Sehnder Kreuzkirche. Manchmal ist das Dreieck mit einem Strahlenkranz umgeben, manchmal mit einem Auge in der Mitte. Das Dreieck entsteht durch die Verbindung dreier Punkte und ergibt so ein Ganzes. |
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Der Kirchenvater Augustin erklärt schon im fünften Jahrhundert anschaulich, wie man sich diese Dreiheit Gottes vorstellen kann: „Gott ist seinem Wesen nach Beziehung.“ Gott will nicht für sich bleiben. „Vater und Sohn sind das Urbild der ewigen Beziehung. Und der Geist ist das Band der Liebe, das die Beziehung am Leben erhält“, sagt Augustin. |
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Im 20. Jahrhundert legte der jüdische Philosoph Martin Buber seine Sicht Gottes in dem Werk „Ich und Du“ (1923) in ähnlicher Weise dar wie schon Augustin. Auch für Buber ist das Wesen Gottes am besten mit dem Begriff Beziehung zu beschreiben. Entsprechend erfährt der Mensch den göttlichen Geist in echten liebevollen Begegnungen mit anderen Menschen. |
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Echte Begegnung zwischen Menschen kann für Martin Buber nur eine herrschaftsfreie Begegnung sein. Das ist in unserer Welt nicht selbstverständlich. Wer den Sinn des Lebens darin sucht, bei sich zu bleiben und für sich den größtmöglichen Gewinn zu erzielen, wird seinen Lebenssinn verfehlen. |
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Lasst uns am Trinitatiswochenende daran denken, dass wir auch Eckpunkte von Dreiecken sein sollen. Gott sucht die Verbindung mit uns. Und er will uns mit unseren Mitmenschen verbinden. Wo wir uns mit Vertrauen darauf einlassen, können wir unsere wahre Bestimmung finden. |
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Zum Nachlesen „Ich und Du“, Martin Buber, Gütersloher Verlagshaus, ISBN 3-579-02572-4, 19,95 Euro |
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Damaris Frehrking ist Pastorin in der evangelisch-lutherischen Kreuzkirche in Sehnde. |
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