Ein Tag, der starkmachen soll

440 Jugendliche kommen zum Konfirmandentag nach Sievershausen - 100 Helfer im Einsatz


Unter dem Motto „Echt stark!“ haben sich am Sonnabend 440 Konfirmanden aus dem gesamten Kirchenkreis Burgdorf mit dem Thema Gewaltprävention beschäftigt. Auch mehr als 100 ehrenamtliche Helfer waren beim Konfirmandentag in Sievershausen dabei.

Henrike Othmer aus Bilm ist begeistert: „Ich finde den Konfirmandentag super. Es macht Spaß, hier mit den Freunden etwas zu erleben“, sagt die zwölfjährige Konfirmandin und verschwindet im Gewusel auf dem Kirchengelände. Sie muss sich sputen, denn die Arbeit in den Workshops beginnt. Ob Deeskalationstraining oder Improvisationstheater: 25 Angebote zum Mitmachen standen in Sievershausen zur Auswahl. Wer seine künstlerische Ader ausleben wollte, war bei Gisela Fähndrich richtig: Die Präsidentin des Antikriegshauses hatte ihrer Gruppe Kopien von rassistischen Schmierereien mitgebracht, die in sogenannte Hoffnungsbilder verändert werden sollten.

Besonders beeindruckend fanden die Jugendlichen den Workshop von Johannes Kneifel. Der 27-Jährige berichtete im Kaminzimmer der Antikriegswerkstatt von seinem eigenen Lebenswandel. Bereits in seiner Jugend sei er in die rechte Szene geraten. Vor zehn Jahren habe er dann einen Menschen tödlich verletzt. Die Konfirmanden müssen schlucken. „Doch durch die Hilfe anderer Christen habe ich mein Leben wieder in den Griff bekommen“, sagte Kneifel. Heute studiert er Theologie und will Pastor werden.

Der Konfirmandentag fand bereits zum zweiten Mal in Sievers­hausen statt. „Es ist gut, wenn Jugendliche darüber nachdenken, was sie starkmacht“, sagte Superintendent Ralph Charbonnier am Rand der Veranstaltung.


aus:
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Anzeiger für Lehrte und Sehnde
vom 21. Juni 2010
Red. Henrik Jonas Günther, Sievershausen